Alle Jahre wieder steht der 1. August und  der Jahreswechsel vor der Türe. Neben den üblichen Festtags-Vorkehrungen bringt diese Zeit für Hundehalter noch zusätzliche Vorbereitungen mit sich. Dieser Ratgeber soll Sie dabei unterstützen, den 1. August und Silvester für Ihren Hund so angenehm wie möglich zu gestalten. Für viele Menschen kann es am 31. Dezember nicht laut genug knallen. Ganz anderer Meinung sind sich da unsere Hunde. Nicht nur, weil sie um ein Vielfaches besser hören als wir Menschen, sondern auch weil die Angst vor Knallerei und Feuerwerk gewissermassen biologisch bedingt ist. Angst ist eine angeborene Emotion, die für alle Lebewesen überlebenswichtig ist. Ein frei lebender Hund, der sich bei derartigen Geräuschen nicht von sich aus verkriechen, bzw. in Sicherheit bringen würde, wäre ein sehr unvorsichtiger Hund, der in freier Wildbahn wahrscheinlich nicht lange überleben könnte. Seien Sie vorbereitet: das Knallen kann bereits mittags, nachmittags oder schon einen Tag vorher beginnen. 

Ratschläge: 

  • Gehen Sie rechtzeitig mit Ihrem Hund spazieren. Der Wald eignet sich gut, da dort in der Regel keine Feuerwerke gezündet werden.
  • Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Hund am frühen Abend noch gut versäubern kann. Nicht dass es ihn dann ausgerechnet während dem Höhepunkt der Knallerei auf die Blase drückt und Sie mit ihm in den Lärm raus müssen.
  • Führen Sie Ihren Hund sicherheitshalber nur an der Leine aus. Es kommt leider immer wieder vor, dass ein Hund von einem Knall erschrickt und aus Panik davon läuft – manchmal kilometerweit.
  • Lassen Sie Ihren Hund keinesfalls alleine zu Hause. Er könnte die Knallerei möglicherweise mit dem Alleinsein in Verbindung bringen und anschliessend immer wieder in diese Angst kippen, sobald er alleine zu Hause ist.
  • Behalten Sie den Hund vor allem abends im Haus, schliessen Sie Fenster und Rollläden.
  • Machen Sie Ihren Hund müde bevor die Knallerei beginnt (spielen, suchen, trainieren, alles was Spass macht). Spielen Sie mit Ihrem Hund auch während der Knallerei, so wie Sie es sich gewohnt sind.
  • Lassen Sie Musik laufen, es darf ruhig etwas lauter sein als sonst (klassische Musik ist sehr gut geeignet).
  • Vielen Hunden hilft das Tragen eines engen Bodys. Durch den leichten, kontinuierlichen Druck auf die Brust und den Mittelkörper fühlt sich der Hund „gehalten“ und kann so besser mit seinen Ängsten umgehen.
  • Geben Sie Ihrem Hund vor oder spätestens bei Beginn des Knallens (bevor Sie eine Angst-Reaktion feststellen können) eine super leckere Beschäftigung wie z.B. ein besonders grosser Kauknochen, ein mit Parfait oder Ähnlichem gefüllter und tiefgekühlter Kong, mit welchem der Hund möglichst lange mit Lecken oder Kauen beschäftigt ist. Diese Art von Beschäftigung wirkt beruhigend.
  • Verhalten Sie sich möglichst normal, um Ihrem Hund zu zeigen, dass alles in Ordnung ist.
  • Wenn alles nichts nützt, bleibt nur die Flucht ins „feuerwerkfreie“ Ausland.

Dieser Fachbeitrag wurde geschrieben von Doris Vaterlaus. Vielen Dank dafür.